Die vier Grundsätze der Pferdeosteopathie
I.

Wechselbeziehung zwischen Struktur und Funktion
Dies bedeutet, dass der knöcherne und muskuläre Halteapparat im Wesentlichen die Funktion und Bewegungsablauf des Pferdes bestimmen. Wenn die Haltungsstrukturen (Muskeln - Sehnen - Gelenke) einen Teil ihrer Mobilität verlieren, wird das Pferd unter anderem keine seiner Grundgangarten korrekt zeigen können. Auch Organe können
bei Strukturwandel die Funktion im Bewegungsapparat negativ beeinflussen. Zum Beispiel vermag die Dysfunktion der Eierstöcke einer Stute eine Blockade im Bereich des Beckens auszulösen.

II.

Arterielle Regel
Das einwandfreie Funktionieren aller Organe ist abhängig von einer guten Blutversorgung, Lymphfluss und der Gehirnflüssigkeit. Wenn diese Versorgung gestört
ist wird das betroffene Organ geschwächt. Daraus folgt die Beeinträchtigung der Funktion. Zum Beispiel ist bei gestörter Zirkulation eine Infektionsgefahr deutlich erhöht.

III.

Die Gesamtheit des Körpers
Das Prinzip sagt, dass eine Funktionseinbuße (Mobilitätsverlust) negative Auswirkung auf die Gesamtheit des Organismus nach sich ziehen wird. Zum Beispiel wird eine Gelenkblockierung zischen Pferdeschädel und 1. Halswirbelkörper ein Bewegungsproblem z.B. im Bereich der Fußwurzel zur Folge haben können. Der Organismus der Pferde funktioniert als ein Ganzes.
Für den Osteopathen ist der Körper des Pferdes ein aktives Ganzes, das sich unter den Händen des Therapeuten reguliert. Wenn ausschließlich nur ein(!) Körperabschnitt untersucht wird und eine Gesamtbeurteilung außer acht bleibt, kann daraus eine falsche Diagnose abgeleitet werden. Daher muss der Osteopath immer das ganze Pferd im Auge behalten beziehungsweise untersuchen und behandeln.

IV.

Die Fähigkeit zur Selbstheilung
Bei einer osteopathischen Behandlung werden die verschiedenen Blockierungen
gelöst, im Sinne einer Reharmonisierung des Körpers. Mit seiner Manipulation gibt der Osteopath dem Körper einen gezielten Reiz und damit die Möglichkeit das Gleichgewicht des Pferdes wieder herzustellen. Er wendet sich so an die Selbstheilungskräfte des Körpers.